Fußball WM 2014 – 64 Spiele bis zum Weltmeister Titel

von spielenews am 9. Mai 2014

Gespielt wird nicht nur an der Konsole, der Computertastatur oder dem Spielbrett, sondern auch auf dem Fußballfeld. Für den Sommer 2014 ist in diesem Zusammenhang ein ganz besonderes Highlight angesetzt: Die 20. Ausspielung der Fußball Weltmeisterschaften.

Wie bereits die 19 Turniere zuvor, verspricht auch das Jubiläumsturnier ein Kräftemessen auf höchstem sportlichem Niveau, denn immerhin ist die Elite des internationalen Fußballs geladen. Insgesamt kommen in knapp einem Monat 64 Spiele, an denen 32 Mannschaften beteiligt sind, in 12 Spielstätten zur Austragung, bevor der neue Weltmeister gefunden ist. Doch der Weg zum Titelträger hat schon viel früher begonnen:

Der lange Weg nach Brasilien

Wm-2014-brasilien in Fußball WM 2014 - 64 Spiele bis zum Weltmeister Titel

Als erster Meilenstein einer Weltmeisterschaft gilt die Bestimmung des Gastgebers, die im Falle der 20. Turnierauflage bereits 2007 vorgenommen wurde. Nachdem Kolumbien seine Kandidatur zurückgezogen hat – die offizielle Begründung vom Präsidenten des kolumbischen Fußballverbandes lautete die Bewerbung sei „nicht lebensfähig“ –, ist Brasilien einziger Bewerber um die Gastgeberschaft. Der Zuschlag vom FIFA-Exekutivkomitee wird nach einem Lokalaugenschein der möglichen Spielorte am 30. Oktober 2007 erteilt.

Für das südamerikanische Land ist es die zweite Heim-WM nach 1950 – eine große Ehre, aber auch eine große Verpflichtung. Immerhin gilt es, alle zwölf Spielstätten auf die Anfordernisse vorzubereiten. Dabei sind nicht nur die Stadien, sondern auch die gesamte Infrastruktur – Nah-/Fernverkehr und Fremdenverkehr, um nur zwei Aspekte zu nennen – auf den Ansturm der aus aller Herren Länder anreisenden Fans und Pressevertreter vorzubereiten.

Dass dies einen gewaltigen Aufwand an öffentlichen Geldern und Personenkraft bedeutet, ist klar – doch in einem Land, das von der Schere zwischen Arm und Reich geprägt ist, gereicht die Gastgeberschaft zudem nicht nur zur Freude, sondern auch zu Unmut. Neben dem sozialpolitischen Problem, haben die Veranstalter auch noch mit der rechtzeitigen Fertigstellung der Um- und Neubauarbeiten an den Spielstätten und der Infrastruktur zu kämpfen.

FIFA Confed Cup: erster Härtetest für Brasilien erfolgreich verlaufen

Doch bereits für den Härtetest, dem FIFA Confed Cup, der jeweils ein Jahr im Vorfeld einer WM im Gastgeberland derselben zur Austragung kommt, ist alles gerüstet – zumindest soweit, dass das Turnier zu einem Erfolg wird. Abgeschlossen sind die Vorbereitungen zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht. Denn im Rahmen des weitaus kleineren Bewerbs, werden nicht alle WM-Stadien bespielt und auch der Personenansturm, der zu bewältigen ist, fällt weitaus geringer aus. So hält die rechtzeitige Fertigstellung der restlichen WM-Stadien die Veranstalter bis zum Schluss auf Trab.

Während Brasilien daran arbeitet, der Gastgeberrolle gerecht zu werden, werden auch überall anders auf der Welt langsam die Vorbereitungen in Angriff genommen: ab 2011 schicken die Kontinentalverbände ihre Mitglieder in die Qualifikationsturniere. In Europa bewerben sich insgesamt 53 Nationalmannschaften um 13 Startplätze für die Endrunde. Zwischen 07. September 2012 und 15. Oktober 2013 werden über einen Turniermodus, der eine Gruppenphase und anschließend eine Play-off-Runde vorsieht, Deutschland, Spanien, England, Belgien, Griechenland, Russland, Italien, die Schweiz, Kroatien, Bosnien und Herzegowina, Frankreich und Portugal als europäische Vertreter in der Endrunde ermittelt.

Favoriten-wm-2014-wetten in Fußball WM 2014 - 64 Spiele bis zum Weltmeister Titel

Abbildung oben: die zehn Top-Favoriten bei den Wetten auf den Weltmeister Titel 2014 – die größten Titelchancen liegen nach Ansicht der Wettanbieter bei den vier Mannschaften aus Brasilien, Deutschland, Argentinien sowie Spanien.

Bis in den Herbst 2013 haben auch die anderen Kontinentalverbände ihre Entsandten ermittelt, und so findet am 06. Dezember 2013 im brasilianischen Costa do Sauípe die Auslosung der acht Gruppen für die Endrunde statt. Dabei werden die zu diesem Zeitpunkt gegebenen Platzierungen der FIFA-Weltrangliste herangezogen, um die Gruppenköpfe zu ermitteln.

Brasilien, das sich als Gastgeber keiner Qualifikation stellen musste, Spanien, Deutschland, Argentinien, Kolumbien, Belgien, die Schweiz und Uruguay landen daher im ersten Lostopf. Die übrigen drei Lostöpfe sind so zusammengestellt, dass die Auslosung jeder Gruppe einen bunten Mix aus Underdogs und stärkeren Teams zuweist.

Mit dieser Tat nimmt das Turnier am Zuckerhut bereits konkrete Form an. Aber nicht nur aus sportlicher Sicht, auch seinem Erscheinungsbild nach erhält die WM allmählich Gesichtszüge sowie eine individuelle Note. So ist mit dem bunten Comic-Gürteltier „Fuleco“ (Wortkreation aus den portugiesischen Vokabeln „futebol“ und „ecologia“) nicht nur ein Maskottchen gefunden, sondern es gibt einen WM-Song („Tatu Bom de Bola“) und auch der Turnierball erhält individuelles Aussehen und Namen („Brazuca“).

Rund ein Jahr vor der WM können auch die Fans langsam beginnen, sich auf das Turnier einzustimmen. Denn mit 20. August startet die FIFA die erste von insgesamt drei Phasen des Ticketverkaufs, wobei es in den ersten beiden Abschnitten jeweils einen Zeitraum gibt, in der die Ticketzuteilung per Los und einen Zeitraum, in der die Zuteilung per „first-come-first-served“-Prinzip funktioniert.

Mit Frühjahr 2014 gehen die WM-Vorbereitungen schließlich in die heiße Phase: die Teilnehmer stellen ihre „Fahrpläne“ aus Vorbereitungsspielen und Trainingslager zusammen und die Nationaltrainer nominieren zunächst ihre erweiterten, dann die endgültigen WM-Kader. So kann es Anfang Juni endlich an den Zuckerhut gehen, wo die Spieler ihre Mannschaftsquartiere beziehen und das Turnier mit dem Spiel des Gastgebers Brasilien gegen Kroatien am 12. Juni 2014 endlich seine Eröffnung erfährt:

WM 2014 Gruppenphase: in 48 Spielen von 32 auf 16 Teilnehmer

Die Gruppenphase der WM wird zwischen dem 12. und dem 26. Juni ausgetragen. Folglich ist der Spielplan von einem straffen Zeitplan geprägt. In den zwei Wochen kommen täglich bis zu vier Spiele zur Austragung. Da das zahlenmäßig größte WM-Publikum in Europa geortet wird, sind die Anstoßzeiten zum großen Teil im Zeitraum von 18:00 bis 24:00 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt.

In jeder Gruppe finden sich vier Teilnehmer wieder und um die Aufsteiger in die Finalrunden zu ermitteln, muss folglich jedes Team drei Spiele bestreiten. Dafür müssen in dem flächenmäßig fünfgrößten Land der Erde teilweise lange Anreisen in Kauf genommen werden. Immerhin sind die zwölf WM-Stadien über ganz Brasilien verteilt.

Aufgrund des Auslosungsverfahrens weißt beinah jede Gruppe einen klaren Favoriten auf. So müsste es schon mit wenig rechten Dingen zugehen, wenn Brasilien (mit Kroatien, Mexiko und Kamerun in Gruppe A), Spanien (mit Niederlande, Chile und Australien in Gruppe B), Frankreich (mit Schweiz, Ecuador und Honduras in Gruppe E), Argentinien (mit Bosnien, Nigeria und Iran in Gruppe F) und Deutschland (mit Portugal, Ghana und den USA in Gruppe G) an der Gruppenphase scheitern.

Deutschland in Gruppe G mit Portugal, USA und Ghana

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Abbildung oben: die sechs Spiele der deutschen Vorrundengruppe G bei der Fußball WM in Brasilien mit Angabe der jeweiligen Wettquoten. Eine Übersicht aller WM 2014 Spiele mit den entsprechenden Wetten und Quoten kann hier heruntergeladen werden.

Ähnliches gilt für Kolumbien (mit Elfenbeinküste, Japan und Griechenland in Gruppe C) und Belgien (mit Russland, Südkorea und Algerien in Gruppe H). Einzig in Gruppe D präsentiert sich mit Uruguay, Italien und England die Ausgangsposition nicht ganz so eindeutig. Da aber nicht nur den Gruppenersten, sondern auch den -zweiten ein Platz im Achtelfinale gewiss ist, können sich auch noch andere Teams Hoffnungen auf ein erfolgreiches Absolvieren des ersten Turnierabschnitts machen.

Die Finalrunden: noch vier Spiele bis zum Weltmeister

Die 16 Mannschaften, die der Gruppenmodus nicht ausgesiebt hat, müssen sich ab dem 28. Juni 2014 der ersten K.o.-Runde stellen. Ab hier entscheidet jeweils ein einziges Spiel über das Schicksal. In zwei weiteren Runden wird die Teilnehmerzahl jeweils um die Hälfte reduziert, sodass in der Nacht des 09. Juli die Finalisten ermittelt sind.

Das große Finale wird am 13. Juli 2014 in der brasilianischen Hauptstadt Rio de Janeiro, im berühmten Maracana-Stadion, das für die erste Heim-WM im Jahr 1950 erbaut und für die zweite Heim-WM nun einer umfangreichen Renovierung unterzogen wurde, ausgetragen. Die Antwort auf die Frage, wer daraus wohl als Gewinner hervorgeht, ist freilich bereits lange im Vorfeld Gegenstand von Spekulationen.

Maracana-neu in Fußball WM 2014 - 64 Spiele bis zum Weltmeister Titel

Abbildung oben: das altehrwürde Maracana-Stadion im Jahr 2013 nach der umfangreichen Renovierung – hier findet das Endspiel der Fußball WM 2014 statt. Bildquelle: wikimedia.org

Die sportliche Potenz nimmt bei diesen Erwägungen mit Sicherheit das größte Gewicht ein – so finden sich auch die großen Fußballnationen Brasilien, Deutschland, Argentinien und Spanien ganz oben auf den Favoritenlisten wieder. Doch wer im Finale stehen möchte muss nicht nur über sportliche Qualitäten, sondern auch über Durchhaltevermögen verfügen. Immerhin gilt es sieben Spiele, vier davon im K.o.-Modus zu bestehen. Und letzten Endes sind es auch Tagesverfassung und Glück, die sich als Zünglein an der Waage erweisen können. So bleibt, allen Prognosen zum Trotz, die Suche nach dem Weltmeister bis zum Schluss spannend.

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